Irgendwo da oben, da war dieses schwarze Loch im Berg. Der Zug rollte unaufhaltsam dem Tunnel entgegen, meinte er, als seine Sinne wieder zurückgekehrt waren – von woher auch immer. Es wurde rapide dunkler, und sie schraubten sich höher und höher. Im Waggon kehrte sich alles um. Denn zusehends wurden die Gestalten immer klarer und […]
Kategorie: Temponauten
Volterra
Nach wenigen Kilometern erreichten sie Volterra. Anfahrt hinterrücks vom Bahnhof. Sie stellten die Bikes dort auf dem Schotterplatz ab und gingen in ihren schweren Stiefeln in Richtung des Stadttors, das die Widerständler bis zum bitteren Ende verteidigt hatten. Damals in den zwei schlimmen Jahren zwischen 1943 und 1945. Trügerisch ruhig schien es heute zu sein. […]
Vordunkel
Ursprünglich dachte die RDS, die Umstände beeinflussen zu können, egal auf welchem Terrain wir doch so Verschiedene unterwegs waren, doch das stellte sich als eine von Illusionen gespeiste Vorstellung heraus. Die «Zweite Wende» hatte zwar zur Folge, dass wir uns noch stärker zusammengehörig fühlten, als das ohnehin schon der Fall war, dennoch reichte es nicht […]
Währenddessen blökten die Schafe
Jetzt kam er sich lächerlich vor. Alles, was er an Beobachtungsapparaten aktivieren konnte und mit seinem Freigabestatus benutzen durfte, hatte er in Anschlag gebracht. Er organiserte Schichtenschnitte, ließ selbstlernende Analysewerkzeuge über die Daten laufen. Immer dasselbe: Die Sensorik erfasste ein bestimmtes Volumen, das sich durch eine dreidmimensionale Hülle auszeichnete. Dann «sah» Karschs Software diese Partikelbewegungen. […]
Wanne
Währenddessen saß Gott in der Badewanne. Vor sich hatte er Büttner, Karsch, Kampmann, Quiring, Thiel — kurz QBTKK — in Form von Gummienten. Herr Müller-Lüdenscheid. Gott gluckste, reckte sich, kratzte sich den Hals und brüllte: «Schatz, komma bei mich bei!» Die Tür öffnete sich, und ein hoch aufgeschossener Schlaks trat ein: «Justin, is’ schön, dasse […]
Wersteiners Ende
Am nächsten Morgen saß Kampmann auf einer unbequemen Holzbank unter dem Sonnensegel des Touristenbootes, das ihn zusammen mit vier anderen Reisenden an der Küste bei Dubrovnik durchs Mittelmeer transportierte. Er hatte in seiner bescheidenen Bleibe gefrühstückt und nach einer gehörigen Mütze erholsamen Schlafs zum Telefon gegriffen und Büttner darüber in Kenntnis gesetzt, dass er einer […]
What you see is what you see
Des Helms verlustig gegangen, schritt Kampmann weniger munter voran, als er gedacht hatte. «Ich bin kein rechter Wihinkel und auch kein Bayesscher Satz…», sang er zur Melodie von «Hoch auf dem gelben Wagen», was zwar nicht passte, jedoch waren ihm solche Spitzfindigkeiten nach diesem heißen, langen Tag mit dieser elenden Aneinanderreihung von Unwägbarkeiten und halbdramatischen […]
Who’s afraid of…
«Sag‘ Du‘s mir. Woher kommen diese Träume», fragte Bina leise, drückte Cat fester an sich und schaute in die Ferne. «Wenn ich das wüsste, stünden wir nicht hier», vermutete die Antriebsmechanikerin und lächelte resigniert. «Mir reicht es so langsam. Erst katapultiert uns der Antrieb in diese unendliche Ferne, und nun müssen wir noch in das […]
Wieder an Bord, schon wieder
Sie, ich, wer? Geht es in dieser Gesellschaft denn nicht mehr, die Vernunft mit dem Wecker zum Aufwachen zu bewegen? Sie denkt an den Großvater und an den Urgroßvater. Sie alle hatten in der Tradition der Drifter ihren Weg durchs Leben genommen und waren selbstbestimmt und doch durch die Rahmenbedingungen nur innerhalb derselben frei gewesen. […]
Wilde Äpfel
Röte legte sich über das Tal. Perry, der Husky, genoss den Tagesausklang auf der Sandsteinterrasse. Der Hund gähnte wohlig, schnappte sich dann ein Stück Elchgeweih und knabberte ein bisschen unmotiviert darauf herum, bis er das Zahnputzwerkzeug wieder fallen ließ und weiter döste. Kampmann rauchte mit Maurizio am Gartentisch eine Romeo y Julieta. «Weißt Du, Kampmann, […]